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Die Sirenen heulten. Die Polizei war unterwegs. Das ereignete sich vor einigen Jahren in einer Stadt im SΓΌdwesten Chinas. Jemand hatte die Gruppe junger Menschen um Yong Shi und seine Kollegen verraten. WΓ€hrend ein Lehrer die Jugendlichen gerade unterrichtete, umzingelten plΓΆtzlich Polizeiautos ihr GebΓ€ude. Dann wurden die Kollegen in Handschellen zur Polizeistation gebracht, um dort verhΓΆrt zu werden. Yong Shi, der an diesem Tag unterwegs war, erhielt einen Anruf von den BehΓΆrden. Er wurde aufgefordert, sich sofort zum ΓΆrtlichen Polizeiposten zu begeben.
Yong Shi erinnert sich: Β«Die Polizei war gut vorbereitet und verfΓΌgte bereits ΓΌber wichtige Informationen ΓΌber mich und meine Kollegen. Sie konzentrierte sich jedoch insbesondere auf bestimmte Fragen: Wo kamen die Mittel zur Finanzierung der AktivitΓ€ten her? Was wurde gelehrt?Β»
Neben der Polizei waren auch Beamte des BΓΌros fΓΌr religiΓΆse Angelegenheiten anwesend. Sie zeigten sich feindselig und wiesen Yong Shi und die anderen zurecht, weil sie angeblich illegal MinderjΓ€hrige ΓΌber Religion unterrichteten. TatsΓ€chlich ist es in China nicht gestattet, unter 18 Jahren eine Kirche zu betreten oder an christlichen AktivitΓ€ten teilzunehmen. Β«Alle unsere AktivitΓ€ten, einschliesslich Versammlungen und Schulungen, wurden als βΉillegalβΊ bezeichnet, und unser gesamtes Team wurde beschuldigt, gegen Gesetze und Vorschriften verstossen zu haben. Die Jugendgruppe wurde aufgefordert, sich aufzulΓΆsenΒ», fasst Yong Shi zusammen.
Von der Rebellion zur Erneuerung
GeprΓ€gt von seiner eigenen rebellischen Vergangenheit und der Tatsache, dass er in einer Jugendgruppe zum Glauben gefunden hat, weiss Yong Shi, wie wichtig es ist, sich fΓΌr junge Menschen einzusetzen.
Vor mehr als zwanzig Jahren, als er selbst einen geheimen Bibelkurs besuchte, stΓΌrmte die Polizei den Unterrichtsraum. Die Lehrer und SchΓΌler, zu denen auch er gehΓΆrte, wurden festgenommen und verhΓΆrt. Β«Ich erinnere mich noch daran, dass ein Polizist wΓ€hrend des VerhΓΆrs seine Waffe auf mich richtete. Er beleidigte mich und sagte, ich sei zum Abschaum der Gesellschaft geworden. Als Teenager empfand ich Angst, Wut und ein GefΓΌhl der Ungerechtigkeit.Β»
Von diesem Moment an wurde dem jungen Yong Shi klar, dass der Weg zu Jesus alles andere als einfach war β wie in 2. Timotheus 3,12 zu lesen ist: Β«TatsΓ€chlich muss jeder, der zu Jesus Christus gehΓΆrt und so leben will, wie es Gott gefΓ€llt, mit Verfolgung rechnen.Β»
Heute, nach vielen Jahren im Dienst der Jugend, ist die Verfolgung fΓΌr Yong Shi und seine Kollegen zu einer vertrauten und stΓ€ndigen RealitΓ€t in ihrem Leben geworden.
Dienen in der BedrΓ€ngnis
Im vergangenen Sommer musste er die von ihm koordinierte Jugendgruppe auflΓΆsen, nachdem die Polizei eine Razzia in der Wohnung durchgefΓΌhrt hatte, die er fΓΌr christliche AktivitΓ€ten gemietet hatte. Eine schmerzhafte Erfahrung, die ihm den Schlaf raubte. Β«Was kann ich noch tun? Ist mein Dienst am Ende? Was wird aus meiner Mission fΓΌr die nΓ€chste Generation?Β», fragte er sich nachts.
Die Partner von Open Doors haben Yong Shi mehrmals besucht, um ihn zu ermutigen und ihn bei seiner kΓΆrperlichen und geistigen Genesung zu begleiten.
Β«Nachdem ich meine Sorgen mit diesen Freunden geteilt hatte, fΓΌhlte ich eine grosse Erleichterung in meinem Herzen. In meinem Herzen brennt wieder ein Licht, und die Hoffnung des Glaubens ist zurΓΌckgekehrtΒ», erzΓ€hlt er und ist dankbar fΓΌr alle, die die Arbeit der Partner von Open Doors in seinem Land unterstΓΌtzen.
*Name aus SicherheitsgrΓΌnden geΓ€ndert