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Unter dem Regime von Khamenei stand die iranische Kirche Β«unter enormem DruckΒ», erinnert sich ein Analyst von Open Doors, der selbst iranischer Christ ist. Restriktionen, Γberwachung, Verhaftungen: Β«Viele GlΓ€ubige haben allein deshalb gelitten, weil sie Christus nachgefolgt sind.Β» Aber er lehnt jede Idee von Rache ab: Β«Dieser Moment ist kein Sieg. Es ist vielleicht die MΓΆglichkeit einer anderen Zukunft, in der allen Iranern Gewissensfreiheit, WΓΌrde und Gerechtigkeit gewΓ€hrt werden.Β»
Vor Ort herrscht Angst. Β«Der LΓ€rm der Explosionen ist beΓ€ngstigend. Die Kampfflugzeuge fΓΌhren furchterregende Angriffe durchΒ», berichtete eine Christin, die in der NΓ€he der iranischen Hauptstadt lebt, kurz bevor das Internet unterbrochen wurde. Wie viele andere bleibt auch ihre Familie zu Hause, die Fenster sind mit Klebeband abgedichtet, um den Explosionen standzuhalten. Β«Ich glaube, dass Gott mich retten und aus diesem Krieg befreien wirdΒ», bekrΓ€ftigt sie voller Zuversicht.
Im Irak, in der Region Erbil, berichten Christen von wiederholten Explosionen und stΓ€ndigen ΓberflΓΌgen von MilitΓ€rflugzeugen. Drohnen, die auf das amerikanische Konsulat abzielten, wurden abgeschossen.
In mehreren LΓ€ndern der Arabischen Halbinsel suchen GlΓ€ubige beim Klang der Sirenen Zuflucht in SchutzrΓ€umen. Β«Die Warnsignale ertΓΆnen auf unseren Handys. Die Fenster zittern. Wir gehen in den Schutzraum hinunter, betet fΓΌr unsΒ», schreibt ein Christ, dessen IdentitΓ€t geheim bleiben muss.
In Israel und PalΓ€stina zwangen Raketenangriffe aus dem Iran oder dem Libanon ganze Familien dazu, sich zu verstecken.
Im Westjordanland zeigt sich ein christlicher Verantwortlicher besorgt: Β«Seit dem Ende des Krieges im Gazastreifen kam der Tourismus wieder in Gang. Nun wird alles erneut zum Stillstand kommen. Viele Christen sind fΓΌr ihren Lebensunterhalt vom Tourismus abhΓ€ngig.Β» Γber die unmittelbare Gefahr hinaus ist das wirtschaftliche Γberleben zahlreicher Gemeinden bedroht.
Angesichts dieser instabilen Lage sind die BedΓΌrfnisse immens: Sicherheit, Zugang zu Informationen, materielle UnterstΓΌtzung, aber auch geistliche Begleitung. Die lokalen Kirchen beten weiterhin, helfen sich gegenseitig und ermutigen die SchwΓ€chsten. Β«Selbst in dieser schwierigen Zeit bleibt die iranische Kirche widerstandsfΓ€hig und tief in der Hoffnung verwurzeltΒ», betont der Analyst.
Unter den iranischen FlΓΌchtlingen, die zum Christentum konvertiert sind, ist die Betroffenheit gross. Β«Wir sind vor der Verfolgung geflohen und haben Jahre im Exil verbracht. Wir hoffen, dass wir eines Tages in unser Land zurΓΌckkehren kΓΆnnenΒ», berichtet einer von ihnen. Ihr Gebet ist einfach: dass der Krieg endet, dass die Politiker ihre Eigeninteressen aufgeben und dass dauerhafter Frieden einkehrt.
In einer Situation, in der niemand weiss, wie lange der Konflikt noch andauern wird,rufen die Christen im Nahen Osten vor allem zum Gebet, zur internationalen SolidaritΓ€t und zu konkretem Engagement fΓΌr Religionsfreiheit und VersΓΆhnung auf.