Äthiopien

Verfolgungsursache

Wie sieht die Verfolgung in Äthiopien aus?
Das politische Klima bleibt instabil und gespalten. In den von Konflikten betroffenen Regionen sind Christen, insbesondere Konvertiten mit muslimischem Hintergrund und Nicht-Orthodoxe, zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Die Autorität der Bundesregierung, die die kulturelle und ethnische Vielfalt des Landes repräsentieren soll, wird vor dem Hintergrund sozialer Spannungen und Misstrauens gegenüber den Institutionen in Frage gestellt.
Was erleben Christen?
- Ultrakonservative Mitglieder der orthodoxen Kirche stellen historische und evangelikale Protestanten sowie Konvertiten als unpatriotisch dar und tragen so zur Stigmatisierung und zum Druck auf sie bei.
- Konvertiten mit muslimischem Hintergrund sind Verfolgung durch ihre Familien, religiöse Führer, lokale Behörden und Traditionalisten ausgesetzt.
- In Konfliktgebieten gehören Christen zu den Bevölkerungsgruppen, die am stärksten von Gewalt und Vertreibung bedroht sind.
Welches sind die jüngsten Beispiele von Verfolgung?
Während des Untersuchungszeitraums wurden in den Regionen Oromia und Amhara 25 Kirchen von bewaffneten Gruppen in Brand gesteckt, zerstört oder geplündert. Christen werden tätlich angegriffen und religiöse Artefakte zerstört. In diesen Regionen ist auch eine Zunahme von Entführungen von Christen mit Lösegeldforderungen zu beobachten. Auf der Flucht vor der Gewalt werden Tausende von Christen zu Binnenflüchtlingen in Notlagern.
Treffen Sie Jemal*
[Die Angreifer] glaubten, dass die Christen nach der Zerstörung unseres Eigentums zum Islam konvertieren würden. Sie dachten, wenn sie nichts mehr zu essen und zu trinken hätten, würden sie zum Islam zurückkehren. Sie wollten nicht, dass Christen in der Stadt blieben. Ihr Ziel war es, das Christentum auszurotten.
Wer ist von der Verfolgung am stärksten betroffen?
Christen, die in verschiedenen Teilen Äthiopiens leben, erleben wahrscheinlich unterschiedliche Arten von Verfolgung. In Regionen, in denen die äthiopisch-orthodoxe Kirche dominiert, können Christen verfolgt werden, wenn sie diese Kirche verlassen und sich anderen christlichen Gemeinden anschliessen – besonders evangelikal-protestantischen oder pfingstlichen Kirchen. Christen, die in mehrheitlich muslimischen Gebieten leben, können unabhängig von ihrer christlichen Tradition zur Zielscheibe von Extremisten werden. In diesen Gebieten sind Konvertiten vom Islam mit dem grössten Druck konfrontiert.
Wie hilft Open Doors den Christen in Äthiopien?
Open Doors arbeitet in Äthiopien, um psychosoziale Betreuung, Schulungen zur geistlichen Resilienz sowie Fähigkeiten für die generationsübergreifende Gemeindearbeit und wirtschaftliche Stärkung zu vermitteln. Ausserdem setzt sich Open Doors dafür ein, den Einfluss der Kirche zu stärken und Gerechtigkeit für verfolgte Christen zu erreichen.
- Christen, die den Islam oder die äthiopisch-orthodoxe Kirche verlassen und sich evangelikalen Gemeinschaften anschliessen, werden von ihren Familien und Gemeinschaften abgelehnt und verfolgt. Bitten Sie Gott, diese Gläubigen zu beschützen und sein Volk in Äthiopien zu vereinen.
- Gläubige, die in Gebieten leben, in denen islamische Extremisten aktiv sind, können zur Zielscheibe werden. Beten Sie für ihren Schutz.
- Beten Sie für die Arbeit von Open Doors durch unsere Partner in Äthiopien, unter anderem für Traumabehandlung und Schulprojekte. Beten Sie, dass diese Arbeit dazu führt, dass Gottes Volk besser behandelt wird.
